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Fluglochblenden und Maulkörbe zum Schutz der Bienenvölker vor Hornissen und Wespen, insbesondere vor der asiatischen Hornisse (Vespa Velutina)

Aktuelle Situation

Hornissen, sowohl die europäischen Hornissen (Vespa Crabro) als auch die asiatischen Hornissen (Vespa Velutina) fangen, töten und fressen Bienen.
Die europäische Hornisse, die ja hier in Mitteleuropa beheimatet ist, fängt zwar auch Bienen und frisst diese, sie ist aber bisher sehr selten in einer Dimension aufgetreten, dass dadurch Bienenvölker nachhaltig geschädigt oder ganz ausgelöscht wurden.

Die  inzwischen als etablierte Art eingestuften asiatischen Hornissen verbreiten sich aktuell immer weiter und verursachen erhebliche Schäden an Bienenvölkern.

Die asiatischen Hornissen bilden deutlich größere Völker als die europäischen. Außerdem sind sie im Vergleich zu vielen anderen Insekten wesentlich kälteresistenter. Dieses führt dazu, dass sie sich im Herbst, wenn die Nester größer und die anderen Insekten temperaturbedingt weniger werden, bei der Nahrungssuche immer mehr auf die Honigbienen konzentrieren. 

Sie umschwirren die Bienenstöcke oft in großer Zahl und verfolgen Bienen im Flug oder greifen diese an den Fluglöchern ab. Damit verursachen sie bei den Bienen erheblichen Stress. Dieser Stress führt dazu, dass viele Bienen den Stock nicht mehr verlassen (Flugstarre / Flugparalyse) und die Nahrungssuche soweit reduzieren, dass die Volksentwicklung deutlich eingeschränkt wird und viele Völker den Winter nicht oder nur sehr geschwächt überleben.
Wenn die Temperaturen so niedrig sind, dass die Bienen die Fluglochwache aufgegeben haben und sich in der Wintertraube befinden, dringen die Hornissen, wenn sie nicht daran gehindert werden, in die Bienenstöcke ein und holen die Bienen an den Waben.


Mit drei Maßnahmen können die Schäden an den Bienenvölkern vermieden, oder zumindest deutlich reduziert werden.

  1. Die Fluglöcher müssen so gestaltet sein, dass zum einen die Bienen ohne wesentliche Behinderung und ohne Pollenhosen abzustreifen das Flugloch passieren können. Zum anderen müssen sie aber auch so klein und so präzise sein, dass die Hornissen nicht hindurchkommen und in die Beute eindringen können. Fluglochblenden mit Löchern 5,2 mm hoch und ca. 20 mm breit haben sich bewährt. Diese Abmessungen verhindern auch das Eindringen von Mäusen in die Beute. 
    Die Fluglöcher werden bei uns generell durch Öffnungen in einem Teil gebildet. Dadurch gibt es keine Maßabweichungen durch Lagetoleranzen, die entstehen können, wenn die Fluglöcher durch mehrere Teile gebildet werden. Diese Fluglochabmessungen ermöglichen den Bienen das Ausräumen von Totenfall.

  2. Der von den Hornissen verursachte Stress für die Bienen muss reduziert werden. Dazu eignet sich ein sogenannter vor dem Flugloch angebrachter Maulkorb. Der Maulkorb hat die Aufgabe den Bienenflug möglichst wenig zu behindern, aber einen Widerstand zu bilden, der den Anflug der Hornissen direkt an das Flugloch und das unmittelbare Abgreifen von Bienen vor dem Flugloch verhindert
    Er mindert damit den sogenannten "Belagerungsdruck" und der "Flugstarre/Flugparalyse" (Hauptursache für hornissenbedingte Völkerverluste) der Bienen wird entgegengewirkt.

    Unsere Maulkörbe sind so gestaltet, dass krabbelnde Bienen durch viele Schlitze mit wenig Einschränkung zum Flugloch krabbeln können. 
    Der Bienenflug ist durch das Gitter (16x16 mm) nachdem sich die Bienen daran gewöhnt haben, nicht wesentlich eingeschränkt. Die Stege sind 2,3 mm breit und dadurch für die Bienen mit ihren Facettenaugen besser erkennbar als ein Draht eines Drahtgitters. 
    Die Hornissen können nicht durch das Gitter fliegen und das Flugloch nur noch krabbelnd und durch die Maulkorb-Gestaltung erschwert erreichen. Sie sind dadurch deutlich eingeschränkt und können auch besser von den das Flugloch bewachenden Bienen attackiert werden. Die Maulkorb-Unterseite ist für Hornissen unzugänglich. Erfahrungen haben gezeigt, dass Hornissen, wenn sie die Möglichkeit haben, vorzugsweise von unten in den Maulkorb eindringen, eine Biene packen und mit der Biene durch eine Öffnung den Maulkorb nach unten verlassen. Deshalb sind unsere Maulkörbe an der Unterseite Bienen- und Hornissendicht. Die Schlitze dienen nur der Wasserableitung.
     
    Der Varroaschieber sollte unbedingt eingeschoben werden und die Öffnung für den Schieber sollte hornissendicht sein, damit das Volk nicht durch Hornissen, die am Beutenboden einen Zugang suchen gestresst wird.

    Das Einlegen eines Königinnenabsperrgitters zwischen Boden und Brutraum der Bienenbeute, das gelegentlich empfohlen wird, verhindert zwar das Vordringen in den Beutenboden eingedrungener Hornissen an die Waben, reduziert aber nicht den Stress für die Bienen und ist deshalb zur Stressreduzierung nicht geeignet.

  3. Im Spätherbst, wenn die Hornissenpopulation zahlenmäßig das jahreszeitliche Maximum erreicht und auch Geschlechtstiere aufgezogen werden, erreicht auch der Bedarf an proteinhaltigem Futter im Hornissennest das Maximum. 
    Das kann dann zu einem Druck auf die Bienenvölker führen, dem nicht mehr ausreichend mit Fluglochschutz begegnet werden kann. Dieser Problematik kann dann vor Ort, nur noch durch die Entfernung von Hornissennestern begegnet werden. 
    Informieren Sie sich rechtzeitig, ob und wie eine Nestentfernung vor Ort möglich ist.

    Noch besser, machen oder unterstützen Sie Ausbildungen zur Nestentfernung. Unterstützen Sie die Beschaffung dazu notwendiger Ausrüstung. Unterstützen Sie die Öffentlichkeitsarbeit der Betroffenen zu diesem Thema.



Wenn Sie Fluglochschutz gegen die Vespa Velutina beschaffen wollen oder müssen, warten Sie bitte nicht, bis es im Herbst dringend wird.

Außerhalb der Velutina-Hauptsaison führt dieses ohne Stress und Lieferzeiten für die Imker, Lieferanten und Bienen zu besseren Ergebnissen.